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Little Sister in a Dress

Wiens wahrscheinlich kleinstes Einfamilienwohnhaus

Auf einem extrem kleinen, etwa 80 m2 großen Kleingartengrundstück soll ein Wohnhaus errichtet werden. Die Rahmenbedingungen könnten herausfordernder nicht sein: Das Grundstück in der dicht bebauten Kleingartenwohnanlage rund um den „Schlosssee“ hat zwar einen schmalen direkten Zugang zum See, liegt jedoch aufgrund seines Zuschnitts eigentlich in „der zweiten Reihe“, der Blick auf das Wasser ist eingeschränkt. Die Bebauungsbestimmungen erlauben eine maximale BGF von 20 m2, sowie eine maximale Höhe von 5.5 m.
Das Gebäude wird im nordöstlichen Eck des Grundstücks platziert. In dieser Position kann der durch die nahen Nachbarhäuser eingeschränkte Blick auf den See durch eine vorhandene schmale Lücke optimal genutzt werden, und es bleibt ein möglichst großer zusammenhängender südseitiger Gartenbereich zur Nutzung frei.
Das Innere des kompakten Baukörpers mit seinen knappen Grundrissen wird durch geschoßübergreifende Raumorganisationen aufgelockert. Die angehobene Erdgeschoßebene erlaubt eine großzügige Belichtung des Untergeschosses und ermöglicht einen besseren Blick auf den See. Ein Balkon verlängert den Innenraum ins Freie. Erdgeschoß und Obergeschoß sind durch Lufträume miteinander verbunden, die dünnen Stahltreppen werden als Raumskulpturen entwickelt. Die Verwendung heller Farben und verglaster Flächen lässt die Innenräume großzügig und offen wirken. Im Süden und Westen, Richtung Garten und See werden großzügige Glaselemente vorgesehen, Schiebetüren erweitern den Innenraum nach außen.
Für die besonnten Seiten des Hauses wird ein zweilagiges System aus textilem Sonnenschutz entwickelt. Außen liegende Vertikalmarkisen übernehmen den automatisierten, ein zusätzlicher Vorhang (das silberne „Kleid“) kann von den Nutzern darüber hinaus als flexibler Sonnen-, Sicht- und Blendschutz drapiert werden.

Eckdaten

Generalplanung
80 m2

Arch. Dipl.-Ing. MArch. AA. Dist.

2017
Preis der MA19; "gebaut 2017"
HOPPE architekten Ziviltechniker GmbH
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