@Wolfgang Paschinger, Paolo Zanetta
@Wolfgang Paschinger, Paolo Zanetta

SIKIGA

Umbau eines Bürogeschosses in einen Kindergarten

Im Frühjahr 2009 wurde die ARGE KIGAGO von Siemens Österreich beauftragt, das bestehende Büroobjekt BAU36 in der Siemensstrasse umzuplanen: Die Zielsetzung war, einen Kindergarten, die Betriebssanität für den Standort Siemensstrasse und einen Mehrzweck- und Fitnessbereich im bestehenden Gebäude zu situieren.

Abgesehen von den Umbauten im Innenraum waren aufgrund der erhöhten Anforderungen an die Erdbebensicherheit massive Eingriffe ins statische Gefüge des Rohbaus erforderlich.

Kindergarten

Der Kindergarten – mit vier Gruppen und einem Bewegungsraum – wird aufgrund der erforderlichen bzw. der zur Verfügung stehenden Nutzflächen und der Belichtungssituation des Bestandes (Oberlichten im Erdgeschoss, Fenster im Obergeschoss) im Obergeschoss untergebracht.
In den Planungsprozess wurden die MA11, „Kinder in Wien“ als zukünftige Betreiber, die MA37 und die MA37B (Baupolizei), die MA36B sowie die MA68 (Feuerwehr) eingebunden.
Zusätzlich zum bestehenden Fluchtweg über die Innentreppe wurde von den Behörden ein zweiter Fluchtweg gefordert. Als (neben den Spielbereichen im angrenzenden Garten) einzige nach Aussen hin sichtbare Veränderung erhält der BAU36 daher einen markanten Zubau in Form einer Freitreppe. Das Austrittspodest der Treppe bildet gleichzeitig das Vordach für den gartenseitig gelegenen Haupteingang des Kindergartens.
Der Kindergarten hat insgesamt eine Nutzfläche von rund 840 m².
Die vier Gruppenräume mit Raumgrössen von 75 bis 85 m² verfügen jeweils über eine Garderobe, einen Waschraum mit Toiletten und einen Abstellraum. Der Bewegungsraum ist im Wesentlichen wie ein Gruppenraum ausgestattet – der Kindergarten kann daher bei Bedarf auf fünf Gruppen erweitert werden.
Die innere Erschliessung des Kindergartens ist zum grossen Teil als lichtdurchfluteter Spielgang ausgelegt, der die bestehende Belichtung über die zum Atrium ausgerichtete Glasfassade optimal ausnutzt.
Des Weiteren verfügt der Kindergarten über eine Küche, Büro und Sozialräume für das Personal, sowie Lagerflächen.
Im Erdgeschoss ist neben dem Eingang der Kinderabstellraum mit zusätzlichen Lagerflächen angeordnet.
Für den Spielbereich im Freien steht aufgrund der bestehenden Widmungen beziehungsweise Bebaubarkeiten des Betriebsgeländes ein grosser Garten zur Verfügung. Dieser wurde nach den Prinzipien naturnahen Spielens geplant; mit Aushubmaterial vom gleichzeitig vonstatten gehenden Bauvorhaben „Rechenzentrum“ wurde ein Spielhügel aufgeschüttet.
Ein guter Teil der vorgeschriebenen Ersatzpflanzungen vom Bauvorhaben „Siemens City“ kann hier vorgenommen werden und werten den Garten entscheidend auf.

Betriebssanität

Das Projekt „Siemens City“ und die damit verbundene Erhöhung der Anzahl der Mitarbeiter am Standort haben einen grösseren Flächenbedarf für die Betriebssanität und für Aktivitäten des Turnvereins zur Folge.

Die neue Betriebsanität wird im Erdgeschoss untergebracht. Für die Ärztliche Betreuung der Siemens-Mitarbeiter werden ein Wartebereich mit Empfang, fünf Untersuchungsräume und ein Erstversorgungsraum errichtet. Für das ärztliche Personal stehen Büroräumlichkeiten, Lagerflächen, eine Personalgarderobe und ein Aufenthaltsraum mit Teeküche zur Verfügung

Mehrzweck- und Fitnessbereich

Der grosse Saal des Mehrzweck- und Fitnessbereichs ist zum Innenhof des Atriums hin ausgerichtet, der als grüner Mittelpunkt des Gebäudes gärtnerisch neu gestaltet wird.
Der Saal ist vielfältig nutzbar – als Turnsaal für den Turnverein oder gelegentlich für den Kindergarten, für Veranstaltungen, Informationsabende, aber auch für Impfaktionen der Sanität.
Durch eine mobile Trennwand ist der Saal teilbar und kann so für zwei Veranstaltungen gleichzeitig genützt werden.
Der Saal erhält einen eigenen Freibereich ausserhalb des Gebäudes mit direktem Zugang.
Für die Nutzung als Turnsaal steht ein Garderobenbereich mit Duschräumen zur Verfügung.

Eckdaten

Generalplanung, Örtliche Bauaufsicht, Architekturplanung
>1 Mio €
Wolfgang Paschinger
1.450 m2

Arch. Dipl.-Ing.

ca. 6 Monate Wohnhaus
2010
HOPPE architekten Ziviltechniker GmbH
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